Kellertheater Bremgarten
Schellenhausplatz
5620 Bremgarten AG

Gastspiel

Freitag, 22.11.2013, 20.15 Uhr

Valérie Cuénod

Ein russischer Sommer - Première

Sofja und Lew Tolstoi - Szenen einer Ehe - Musikalisch-szenische Lesung

In der heutigen Zeit, wo vernünftiges Masshalten mit den Ressourcen wichtig ist, könnte Lew Tolstoi geradezu als Vorbild dienen. Er, der mit seinen Werken Weltruhm erlangte, verzichtete in seinen reifen Jahren auf viele Konsumgüter: auf Tabak, Fleisch, Alkohol, sogar auf die Jagd. Er organisierte eine Selbsthilfeorganisation für Bauern und Ärmere, um gegen die Landflucht anzukämpfen, und setzte seine idealistischen Ziele in der Gesellschaft um.
Seine Frau Sofja, die ihre eigene literarischen Ambitionen kurz vor der Heirat aufgab und ihm Geliebte, unterstützende Kraft und später Verlegerin seiner Bücher war, hatte ein waches Auge auf ihre 13 Kinder. Sie befürchtete, dass sie durch das Engagement des Vaters ausserhalb des Hauses zu kurz kommen könnten. Bei solch gegensätzlicher Sichtweise war Reibung unvermeidlich… willkommen in Tolstois Haushalt. Sofja Tolstaja hatte eine enorm stützende Wirkung auf Lew Tolstoi, der zeitlebens zu Depressionen neigte und dessen Gefühlslage schwankend war.
Für dieses Projekt konnte der Wiener Cellist Ivan Turkalj gewonnen werden. Er wird russische Musik aus der Zeit Tolstois spielen und somit die Atmosphäre musikalisch untermalen. Die Schauspielerin Valérie Cuénod und der Musiker/Sprecher Alexander Seidel lesen den Briefwechsel.

Valérie Cuénod ist in Genf geboren, zweisprachig im Kanton Aargau aufgewachsen und lebt seit Jahren in Baden. Schauspielausbildung 1991-1994 in München. Als Theaterschauspielerin, in Neben- oder Gastrollen für Film & TV und als Sprecherin (D, F + Dialekt) engagiert. Ab 2013 Mitglied des Stadtführer-Teams Baden. – Sie spielte die Rollen des Lieschens, der Schönen und der Meerkatze in der Faustproduktion der Klosterspiele Wettingen unter der Regie von Jean Grädel und wirkte in der Eigenproduktion des Casinotheaters Winterthur „Die Preisverleihung“ mit. Tourt seit 2009 mit eigenem Programm „Robert Schumann und Clara Wieck: Eine Liebe mit Hindernissen“. – Im Auftrag von Museen führt sie Regie in selbst verfassten und historisch angelehnten Szenen, zum Beispiel „Als Hexe angeklagt und eingekerkert“ während der Museumsnacht 2013 in der Barfüsserkirche in Basel sowie „König Rudolf ruft die Mächtigen“ auf Schloss Lenzburg im Jahr 2010.

Alexander Seidel ist in Moskau als Sohn von Diplomaten geboren. Studien in Deutschland, Paris und Zürich. In Meisterklassen in Europa und Amerika besuchte er in Sologesang und Dirigieren bei Barbara Schlick, James Bowman, Rene Jacobs, Kurt Masur und John Carewe.
Seine Arbeit führt ihn auf Konzertpodien und Opernhäuser gleichermassen wie auf Orgelemporen und in Aufnahmestudios. Er lebt in Zürich und Berlin und arbeitet vor allem in der Schweiz als Musiker, Dirigent, Sprecher und Gesangssolist.
Am Moskauer Konservatorium gibt er seit 2001 regelmässig in Projekten sein Wissen als Dirigent weiter und unterrichtet bei den Musikwochen Arosa in eigenen Kursen Barockmusik und Interpretation. Ab 2012 gehört er dem musikalischen Stab der Salzburger Festspiele an.

Ivan Turkalj in Zagreb geboren und in Wien aufgewachsen, bekam dort seinen ersten Cellounterricht bei Vladimir Malinovski. 2001 wurde er an die Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien bei Prof. Wolfgang Herzer aufgenommen. Nach seinem Zivildienst in Kroatien entschied er sich, das Studium bei Prof. Orfeo Mandozzi sowie ein Barockcellostudium bei Stefan Fuchs an der Hochschule für Musik Würzburg zu vollenden. 2012 schloss er an der Züricher Hochschule der Künste das Master-Performance Studium mit Bestnote ab. Sein reges musikalisches Engagement in Alter und Neuer Musik sowie Pop-Musik führte Ivan Turkalj auf Konzertreisen durch Europa, Israel und Asien.

Weitere Infos zu Valérie Cuénod

Weitere Infos zu Alexander Seidel

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Lesung: Valérie Cuénod und Alexander Seidel
Violoncello: Ivan Turkalj

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