Kellertheater Bremgarten
Schellenhausplatz
5620 Bremgarten AG

Gastspiel

Samstag, 23.01.2016, 20.15 Uhr

Hanspeter Müller-Drossaart

Schweizerspiegel

liest aus dem Roman von Meinrad Inglin

Die Schweiz von 1912-1918 ist das Thema von Inglins bekanntestem Werk, das entstand, als Europa bereits auf die Katastrophe des nächsten Weltkriegs zutrieb. Am Beispiel der grossbürgerlichen Familie Ammann zeigt Inglin das geistige, politische und soziale Spektrum einer zu Ende gehenden Epoche vor ihrem geschichtlichen Hintergrund. Nationalrat Ammann verkörpert die patriarchale Seite, in der Figur der Ehefrau Barbara bringt Inglin existenzielle Fragen ein und die drei Söhne spiegeln die Tendenzen der Zeit. Inglins Roman ist ein eindringliches literarisches Dokument, das nichts von seiner Bedeutung und Kraft verloren hat.
Im Limmat Verlag ist der Schweizerspiegel 2014 wieder aufgelegt worden, die 904 Seiten wurden von Hanspeter Müller-Drossaart als Hörbuch gelesen. – Für unseren 90-Minuten-Abend hat Hanspeter Müller-Drossaart eine Fassung erstellt, in der er ausgewählte Passagen liest und dazwischen aus dem Roman erzählt.

«‹Schweizer Spiegel› is perhaps more typically Swiss than any other book of recent years.» (New York Times)

«Eine einzigartige Bestandesaufnahme der Befindlichkeit von 1914 bis 1918» (Basler Zeitung)

Meinrad Inglin (1893 – 1971) zählt zu den bedeutendsten Schweizer Schriftstellern. Nach abgebrochenen Berufsausbildungen und trotz fehlender Matura studierte er Literaturgeschichte und Psychologie in Bern, Genf und Neuenburg. Er arbeitete als Zeitungsredaktor in Bern und Zürich und liess sich 1923 schliesslich als freier Schriftsteller in Schwyz nieder. Sein Werk wurde mehrfach ausgezeichnet.
Inglin sei «ein eminent sinnlicher, plastisch schildernder Autor», sagt der Germanist und Autor Peter von Matt im Interview. Er habe ihn noch kennengelernt, das müsse in den 60er-Jahren gewesen sein. …«Inglin kombiniert hier dokumentarische Rahmentexte, eine objektive historische Ebene also, mit einer weit verzweigten Familiengeschichte. Also das dokumentarische Erzählen einerseits und das der fiktionalen Szenen andererseits. Das ist stilistisch sehr interessant, hat ganz unterschiedliche Tonalitäten. Da ist Inglin seiner Zeit voraus, dies zu kombinieren, in Beziehung zu setzen.»

Hanspeter Müller-Drossaart, geboren 1955 in Sarnen, Obwalden. Er ist in Erstfeld aufgewachsen und hat die Internatsschule am Kollegium Sarnen absolviert. Nach seiner Ausbildung zum Schauspieler und Theaterpädagogen an der Schauspiel-Akademie Zürich war er Ensemble-Mitglied beim Theater am Neumarkt Zürich, am Schauspielhaus Zürich und am Wiener Burgtheater. Seit 2004 ist er als freischaffender Schauspieler besonders in Kino- und Fernsehfilmen sowie als Sprecher tätig. Daneben ist er mit seinen Solo-Kabarettprogrammen unterwegs.

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