Kellertheater Bremgarten
Schellenhausplatz
5620 Bremgarten AG

Gastspiel

Donnerstag, 01.06.2017, 20.15 Uhr

Franz Hohler

Franz Hohler spaziert durch sein Gesamtwerk

Lesung

Foto: Christian Altorfer

Eine Taube flog über das Kriegsgebiet und wurde vom Rotorblatt eines Kampfhelikopters zerfetzt. Eine ihrer schönen weissen Federn schwebte in den Hof eines Hauses, wo sie von einem Kind aufgelesen wurde. Kurz darauf mussten die Grosseltern und die Mutter mit dem Kind flüchten. „Wir nehmen nur das Nötigste mit“, sagte die Mutter, raffte ein paar Kleider zusammen und stopfte sie mit ihren Dokumenten und etwas Geld und Schmuck in einen Koffer, der Grossvater füllte zwei Flaschen mit Wasser, die Grossmutter packte das letzte Brot, einige Äpfel und eine Schokolade ein. Das Kind nahm die Feder mit.

Schönheit schmuggeln – auch im Krieg – dafür steht das Werk von Franz Hohler. Und wenn es einen Schlüssel gibt zur Gesamthaltung, die sein Schaffen prägt, so glaubt man, diesen bereits in einem ganz frühen Text des Autors zu finden, einem Text, der vor mehr als 50 Jahren im ‚Oltner Tagblatt‘ erschienen ist. „5-Uhr-Zug“ ist er überschrieben: Der 17jährige Kantonsschüler sitzt im Zug zwischen Aarau und Olten, mit einer Französischübersetzung befasst, bis in Schönenwerd ein älterer Arbeiter einsteigt. Fasziniert beobachtet und beschreibt Hohler dessen von der Arbeit und dem Leben gezeichnete Hand, akribisch und luzide, wie wir es bis heute von ihm kennen.

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Von und mit Franz Hohler

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