Kellertheater Bremgarten
Schellenhausplatz
5620 Bremgarten AG

Eigeninszenierung

Ödön von Horváth

Figaro lässt sich scheiden

Mundartübersetzung Kellertheater Bremgarten

Man kennt sie aus Mozarts Oper: Figaro, Susanne, Graf und Gräfin Almaviva. In Horváths Komödie fliehen sie vor der Revolution ins Exil. Hier finden sie sich je länger je weniger zurecht, sie verarmen oder verkommen zu Spiessern – bis sie sich wieder auf die eigene Menschlichkeit besinnen, jenseits aller Politik. Ein fröhlicher menschlicher Protest gegen Ideologien jeglicher Art, mit meisterhaften Dialogen und mit einem Blick, der weder nach links noch nach rechts gerichtet ist, sondern geradeaus ins Publikum.

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Unsere Sponsoren

Die Produktion von Figaro lässt sich scheiden wird unterstützt von:
Swisslos-Fonds Kanton Aargau
Koch-Berner-Stiftung, Villmergen
Kultur- und Sozialstiftung Möbel Pfister
Hamasil Stiftung, Zürich
Migros-Kulturprozent
Dambach-Stiftung Villmergen
Ortsbürgergemeinde Bremgarten
Einwohnergemeinde Bremgarten
Kulturstiftung Dora und Dr. Hans Weissenbach, Bremgarten
Gönnerinnen und Gönner des Kellertheaters Bremgarten

Allen gilt ein herzlicher Dank

Zum Stück

Die Komödie Figaro lässt sich scheiden wurde am 2. April 1937 an der Kleinen Bühne des Deutschen Theaters in Prag uraufgeführt. Horváth knüpft an die Figaro-Komödien des französischen Autors de Beaumarchais (1732-1799) an, insbesondere an Die Hochzeit des Figaro, welche durch Mozarts Oper berühmt geworden ist. Sein Stück lässt er aber nicht zur Zeit der Französischen Revolution spielen, sondern siedelt es „in unserer Zeit“ an, nämlich in den 1930er Jahren. Er reflektiert darin seine Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus und bringt seine Skepsis ein gegenüber Ideologien jeder Couleur.

Künstlerische Leitung

Klaus Henner Russius
Inszenierung

Geboren 1937 in Danzig. Nach der Matura Schauspielausbildung an der Max Reinhardt Schule in Berlin.
Engagements in Göttingen, Düsseldorf, St. Gallen, Mannheim.
1968 – 1980 in Basel bei Werner Düggelin und Hans Hollmann.
1980 – 1985 am Schauspiel Frankfurt am Main.
Seit 1985 freischaffend, u. a. in Frankfurt, Düsseldorf, Heidelberg, Bonn und Zürich.
Mitte der 90er Jahre die grossen Erzählungen Michael Kohlhaas und Das Nibelungenlied.
Sprechrollen an verschiedenen Opernhäusern, u. a. Aix-en-Provence, Frankfurt und Lyon.
Seit 1988 auch als Regisseur tätig, u.a. in Verscio (Scuola Dimitri), Chur (Klibühni 1998 – 2008 jährlich, Freilichtspiele), Wien und Zürich.
Hörspiele, Fernsehproduktionen und Lesungen, darunter Lesereihen mit Anton Cechov, Gottfried Keller, Imre Kertész, Odyssee.
Präsident des Vereins Sogar Theater, Zürich.
In den letzten Jahren einige viel beachtete Regiearbeiten im Umfeld des Sogar Theaters Zürich mit Graziella Rossi, Jaap Achterberg, Helmut Vogel u.a. Zuletzt im Mai 2008 die erfolgreiche Inszenierung von „Meisterklasse“ von Terrence McNally mit Graziella Rossi, Helmuth Vogel und andern.
Inszenierungen am Kellertheater Bremgarten: Lysistrate (2000); Heinrich Bullinger, Freilichttheater (2004); Der Tollste Tag von Peter Turrini (2007).

Peter Spalinger
Bühnenbild

Geboren 1947 und aufgewachsen in Zürich, Grafiker SGD, lebt in Bremgarten. Seit 1984 Inhaber eines Ateliers für Gestaltung in Bremgarten. Zuvor arbeitete er 17 Jahre bei Müller-Brockmann in Zürich, davon fünf Jahre als Atelier-Chef. Sein erstes Bühnenbild für das Kellertheater Bremgarten entwarf er 1971. Seither hat ihn die dreidimensionale gestalterische Auseinandersetzung mit einer szenischen Geschichte, den Figuren, ihren Darstellern und der Regie nicht mehr losgelassen. Für die Inszenierung von Figaro lässt sich scheiden hat er nun das 45. Bühnenbild am Kellertheater Bremgarten gebaut.

Ursina Schmid
Kostüme

Geboren 1985 in Luzern, aufgewachsen in Graubünden, lebt in Zürich. Ausbildung zur Damenschneiderin (2002-2005) und Weiterbildung zur Theaterschneiderin (2005-2006), beides an der Fachschule für Mode und Gestaltung in Zürich. Seit 2006 Engagements als Kostümbildnerin und Regieassistentin an der Klibühni Chur, an den Freilichtspielen Chur, am Turbinen Theater Langnau und am Laxtal Theater Kaiserstuhl. Zudem tätig als Stylingassistentin für Werbung bei Barbara Wernle und im Theater 11 in Zürich als Dresserin und Schneiderin.

Heidi Huwiler
Regieassistenz

Geboren 1956 in Wattwil SG, lebt in Zürich. Ausbildung als Lehrerin für Textiles Werken. 2001-2003 Nachdiplomstudium in Angewandter Theaterpädagogik, Till NDK I. Regie- und Dramaturgiekurs bei Otto Huber.
Regie bei ARABAS Cirque Jeunesse. 2006 Regie Das Wolkensterben – Theaterprojekt 3. Kl. Schulhaus Wolfsmatt, Dietikon.
Regieassistentin am Kellertheater Bremgarten bei Eva Müller in Eugène oder Ein Besuch bei Ionesco (2005); bei Klaus Henner Russius im Freilichttheater Heinrich Bullinger (2004) und in Der tollste Tag von Peter Turrini (2007); Urs Häusermann in En Summernachtstraum (2008).

Christov Rolla
Musik
Geboren 1977, lebt in Luzern und arbeitet seit seinem Studium an der Musikhochschule Luzern als Chorleiter und Musiklehrer. Den grösseren Teil seines Lebens nehmen indes Theatermusiken und eigenen Projekte ein. So ist er Leiter und Arrangeur des A-Cappella-Ensembles Integral und Pianist/Songwriter des Chansonpunkduos Bonjour Madame, werkelt an eigenen Liedern und schreibt immer wieder Musiken für Theatergruppen in Luzern, in Willisau und für das Kellertheater Bremgarten (Komposition, Arrangements und musikalische Leitung in En Summernachtstraum, 2008).

Besetzung

Graf Almaviva: Erich Borner
Gräfin: Sandra Hägi
Figaro: Christian Kempe
Susanne: Esther Schweizer
Erster Grenzbeamter: Dieter Schmitz
Zweiter Grenzbeamter: Patrick Honegger
Dritter Grenzbeamter: Frank Weber
Vierter Grenzbeamter: Hans Jörg Gygli
Offizier: Albert Schumacher
Arzt: Daniel Betschart
Forstadjunkt: Albert Schumacher
Hebamme: Mireille Brack
Hauptlehrer: Frank Weber
Gast: Dieter Schmitz
Cherubin: Hans Jörg Gygli
Kommissar: Albert Schumacher
Antonio: Daniel Betschart
Pedrillo: Frank Weber
Fanchette: Silvia Meyer
Wachtmeister: Patrick Honegger
Carlos, ein Findelkind: Denis Huber
Maurizio, ein Findelkind: Guido Siegenthaler

Hinter der Bühne

Technik: Martin Indlekofer
Maske: Maya Wohlwend
Requisiten: Brigitte Weber
Bühnenbau: Fritz Bucher, Walter Ehrensperger, Richard Hilfiker, Marian Ludik
Assistenz Kostüme: Barbara Ehrensperger

Mundartübersetzung: Erich Borner, Mireille Brack, Heidi Ehrensperger, Edgar Kaufmann, Fridolin Kurmann

Programmheft: Fridolin Kurmann (Redaktion), Willy Müller (Gestaltung)
Foto: Dieter und Dominique Schmitz
Finanzen: Kurt Reber
Presse: Kurt Reber
Produktionsleitung: Mireille Brack, Heidi Ehrensperger

Aufführungsdaten:
Samstag, 07.03.2009, 20.15 Uhr
Freitag, 13.03.2009, 20.15 Uhr
Samstag, 14.03.2009, 20:15 Uhr
Freitag, 20.03.2009, 20.15 Uhr
Samstag, 21.03.2009, 20.15 Uhr
Freitag, 27.03.2009, 20.15 Uhr
Samstag, 28.03.2009, 20.15 Uhr
Freitag, 03.04.2009, 20.15 Uhr
Samstag, 04.04.2009, 20.15 Uhr
Freitag, 17.04.2009, 20.15 Uhr
Samstag, 18.04.2009, 20.15 Uhr
Freitag, 24.04.2009, 20.15 Uhr
Samstag, 25.04.2009, 20.15 Uhr

Inszenierung: Klaus Henner Russius

Bühne: Pe Spalinger
Kostüme: Ursina Schmid
Regieassistenz: Heidi Huwiler
Musik: Christov Rolla
Licht und Technik: Martin Indlekofer
Requisiten: Brigitte Weber
Maske: Maya Wohlwend
Produktionsleitung: Mireille Brack, Heidi Ehrensperger

Es spielen:
Erich Borner
Sandra Hägi
Christian Kempe
Esther Schweizer
Dieter Schmitz
Patrick Honegger
Frank Weber
Hans Jörg Gygli
Albert Schumacher
Daniel Betschart
Mireille Brack
Silvia Meyer
Denis Huber
Guido Siegenthaler

Eintrittspreise: Fr. 30.—
(Legi, Kinder und Jugendliche halber Preis)

Der Autor: Ödön von Horváth

Ödön von Horváth zu Figaro lässt sich scheiden:

Die Komödie Figaro lässt sich scheiden beginnt einige Jahre nach Beaumarchais Hochzeit des Figaro. Trotzdem habe ich es mir erlaubt, das Stück in unserer Zeit spielen zu lassen, denn die Probleme der Revolution und Emigration sind erstens: zeitlos, und zweitens: in unserer Zeit besonders aktuell. Unter der in dieser Komödie stattfindenden Revolution ist nicht also die grosse Französische von 1789 gemeint, sondern schlicht nur eine jegliche Revolution, denn jeder gewaltsame Umsturz lässt sich in seinem Verhältnis zu dem Begriff, den wir als Menschlichkeit achten und missachten, auf den gleichen Nenner bringen. In der Hochzeit des Figaro wetterleuchtete die nahe Revolution, in Figaro lässt sich scheiden wird zwar voraussichtlich nichts wetterleuchten, denn die Menschlichkeit wird von keinen Gewittern begleitet, sie ist nur ein schwaches Licht in der Finsternis. Wollen es immerhin hoffen, dass kein noch so starker Sturm es auslöschen kann.

© 2008 – Kellertheater Bremgarten